75 Jahre Kriegsende – Erinnerungskultur in Oldenburg
Der 3. Mai 1945 stellte im Leben der Einwohner:innen Oldenburgs in vielerlei Hinsicht einen Wendepunkt dar. Nach langer Zeit der Entbehrung und eines Lebens ohne Zukunftsperspektive, markierte dieses Datum sowohl Ende als auch Auftakt, Gewissheit und neue Unsicherheit, Erleichterung und auch Angst. Was für die fanatischen Anhänger des NS-Regimes eine Niederlage bedeutete, war für die vielen Zwangsarbeiter:innen und unterdrückte Opfer des Dritten Reichs ein Jubeltag. Für den Großteil der Oldenburger:innen war dieses Ereignis, trotz der Ungewissheit über das, was vor ihnen lag, eine Befreiung.
Anlässlich des 75. Jahrestags des Kriegsendes in Oldenburg gestalteten und realisierten wir eine Ausstellung in den Räumlichkeiten der historischen Villa des Stadtmuseums Oldenburg. Durch mosaikhaft zusammengetragene Erinnerungsfragmente – in Form von Texten, Briefen, Zeitungsartikeln sowie Fotografien, Film- und Audiodokumenten – vermittelte die Ausstellung ein vielschichtiges und überraschendes Bild der Nachkriegszeit in Oldenburg.
Das Nebeneinander von subjektiven, persönlichen Erinnerungen der Gegenwart und historischen Zeitdokumenten eröffnete eine Vielzahl von Fragestellungen – veränderten sich individuelle Erinnerungen an die Ereignisse dieses Tages? Welche Bedeutung hatte das Datum des Kriegsendes in den vergangenen 75 Jahren bis in die Gegenwart? Gibt es einen Wandel in der öffentlichen Erinnerungskultur? Hat dieser Tag für unsere Gesellschaft heute noch Aussagekraft?
Leistungen
Konzeption, Entwurf, Visualisierung, Projektmanagement, Umsetzung
Auftraggeber:in






Foto:
Effrosyni Kontogeorgou