A1 5284 – A1 0862 – Rauchwolken und Luftschlösser
Für die Arbeit „A1 5284 – A1 0862“ wurde ein 16-mm-Projektor so modifiziert, dass das eingelegte Filmmaterial anstatt mit 18 Bildern pro Sekunde in Einzelbildern zu sehen war. Die Einzelbilder – auf eine Wand in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst projiziert – blieben so lange vor der Projektorlinse, bis sie sich durch die Hitze der Projektorlampe langsam auflösten. Auf diese Weise wurden während der Ausstellungsdauer mehrere Meter des Filmmaterials transformiert, sodass der eigentliche Inhalt nur noch teilweise erkennbar blieb.
Bei dem verwendeten Material handelte es sich um in Schwarz-Weiß gedrehte Outtakes, die zur Zeit der Auflösung der Bremer Werften entstanden sind. Es geht bei dieser Arbeit nicht explizit um das Material, welches durch den Prozess verändert wird. Vielmehr geht es, […] um die Fragen nach Spuren des Materials und Grenzen der Wahrnehmung. […]
Bei „A1 5284 – A1 0862“ stehen der automatisierte Prozess des Zerstörens eines Originalmaterials und das Entstehen einer neuen Bild- und Materialebene im Vordergrund. Der filmische Inhalt, auf ein Medium (Zelluloid) gebannt, wird radikal von diesem entfernt. Die bewusst auf das Material gespeicherten Informationen gehen hierbei unweigerlich und unwiederbringlich verloren. Was bleibt, ist eine Filmrolle mit Zelluloidfilm, die nun neue, durch den Zufall gestaltete Informationen trägt.
In der GAK konnten Besucher:innen diesen Prozess Bild für Bild miterleben. Die Hitze der Projektorlampe ließ die Einzelbilder ‚aufblühen‘, bis vom eigentlichen Bild nur noch Fragmente übrig blieben. In einem nächsten Schritt wurde der ‚zerstörte‘ 16-mm-Film mit 18 Bildern pro Sekunde […] vorgeführt und die Projektion abgefilmt. Die durch die Zerstörung des Originalfilmmaterials entstandenen Löcher und Verformungen scheinen nun wie abstrakte, animierte Objekte parasitär auf dem eigentlichen Filmmaterial zu liegen.
Neun Meter des transformierten Filmmaterials, zusammen mit einer DVD, die den veränderten Film in voller Länge zeigt, sind in limitierter Auflage erhältlich.
aus Dennis Paul und Andrea Sick, „Rauchwolken und Luftschlösser. Temporäre Räume“, Textem, Hamburg 2013, S. 180–182.
Leistungen
Konzeption, Entwurf, Umsetzung







Foto/Video:
Effrosyni Kontogeorgou